Novels

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🇬🇧 At some point in life I just had write the stories that emerged in my mind. Most of them are short stories or novels with the plot set in central Europe and in historic times. The novel Amelia is previously self-published. All other short stories are only published on this page and are free to read. However you are not allowed to republish my works but quotations with my name and website are fine to make.

 

🇸🇪 Vid någon tidpunkt i livet var jag helt enkelt tvungen att skriva de berättelser som kom fram i mitt sinne. De flesta av dem är korta historier eller romaner med handlingen förlagd till i centrala Europa och i historisk tid. Romanen Amelia är tidigare självpublicerad. Alla andra noveller publiceras endast på den här sidan och är gratis att läsa. Men du får inte publicera mina verk men citat med mitt namn och webbplats går bra att göra.

 

🇩🇪 Irgendwann im Leben musste ich die Geschichten schrieben die in meinem Kopf auftauchten. Die meisten von ihnen sind Kurzgeschichten oder Romane mit der Handlung in Mitteleuropa und in historischen Zeiten. Der Roman Amelia ist zuvor im Eigenverlag erschienen. Alle anderen Kurzgeschichten werden nur auf dieser Seite veröffentlicht und können kostenlos gelesen werden. Es ist Ihnen jedoch nicht gestattet, meine Werke erneut zu veröffentlichen. Zitate mit meinem Namen und meiner Website sind jedoch in Ordnung.

Die Pianistin

Man schrieb Herbst 1975. Die enorme Not der Menschen und vor allem der Kinder in Biafra vor fünf Jahren war vermutlich nicht überwunden, aber im Augenblick vergessen: Es gab ja immer wieder neue Herde der Unruhe, z.B. in Kongo; der Bedarf an Hilfe jeglicher Art schien nicht abnehmen zu wollen. Um Geld für diese Zwecke einzutreiben, veranstaltete der dänische Zweig der Kinderhilfe der Vereinten Nationen eine Gala, da bekannte Bühnenkünstler gratis auftraten, der Erlös fiel der Kinderhilfe zu.


Die Eintrittskarten zur Gala in der Königlichen Oper waren recht teuer; es war ja Sinn der Sache, so viel wie möglich einzunehmen. Unter den freiwilligen Künstlern gab es auch eine damals weltbekannte Pianistin Hilevi Rasmussen; diese sollte als Letzte mit Ravels Pianokonzert für die linke Hand auftreten. Das war ja geschrieben für den Pianisten Paul Wittgenstein, der im Ersten Weltkrieg als Soldat seine rechte Hand verloren hatte. Er war ein Bruder des berühmten Philosophen Ludwig Wittgenstein.

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Ein Attentat, das nie bekannt wurde

Der Prager Frühling brachte eine merkbare psychische Erleichterung für die über Jahre unterdrückte Bevölkerung des Landes. Endlich konnte man hoffen, dass die seit 1948 herrschende kommunistische Unterdrückung aller Menschenrechte etwas nachlassen würde. So geschah auch während einiger Monate: Seit langem geschlossene Fenster wurden aufgestoßen, neue, frische Luft kam herein. Man konnte wieder in begrenztem Maß ins Ausland reisen und niemand fragte, ob man wirklich die Absicht hatte, zurückzukehren. Man konnte viel freier reden, ohne befürchten zu müssen, von Agenten angezeigt und zum Verhör abgeholt zu werden. Und schließlich wurde Schillers fast 200 Jahre alte Forderung „Gebt mir Gedankenfreiheit...“ erfüllt: man konnte zumindest innerhalb der Familie Gedanken äußern, die bisher die Selbstzensur unterdrückt hatte.

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Ein Kirchenkonzert

Heute, am Samstag, sollte in der Johanneskirche etwas ganz besonderes stattfinden: Der Pfarrer hatte eine Gruppe von Musikern angeheuert, die kirchliche Negermusik der zwanziger Jahre aus dem Baumwollsüden der Vereinigten Staaten – Charleston – spielen sollte. Sie nannten sich „The Charleston Five“. Als das Konzert begann, war die Kirche bis zum letzten Platz gefüllt; das geschah nur zu Weihnachten, war also ein Maß der Beliebtheit gerade dieser Aufführung.

Die meisten der Besucher waren Senioren über sechzig, die diese Musik noch aus ihren Jugendjahren – vor allem vom Tanzboden her – kannten. Viele waren weißhaarige Damen, züchtig in Bluse mit langem Ärmel und Rock gekleidet. Dann gab es noch etliche Jugendliche, vermutlich Studenten, die Charleston nie selber erlebt hatten, aber aus Filmen und von alten Schallplatten etwas darüber wußten.

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© 2020 Erich Spicar